In der Kinderzahnheilkunde gibt es einige Besonderheiten. Milchzähne haben eine kürzere Lebendauer und einen etwas von bleibenden Zähnen abweichenden Aufbau. Das Milchgebiß unterliegt ständigen Veränderungen durch Wachstum und Zahnwechsel. Milchzähne verbleiben nur einige Zeit im Mund, so ist die absolute Lebendauer von Füllungen nicht so wichtig wie die Verträglichkeit und die schnelle Verarbeitung. Man verwendet bei Kindern nach Empfehlung der DGZMK (Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde) in der Regel keine Amalgamfüllungen um auch die gerinste Quecksilberbelastung zu vermeiden (auch wenn keine Folgen zu erwarten oder beweisen sind !). Kindern sollte man keine längere Behandlungszeit zumuten, daher werden Füllungen in der Regel aus Zement, Compomer, oder speziellen ebenfalls Fluoride abgebenden Kunststoffen angefertigt. Ist eine Überkronung bei einem Milchzahn notwendig macht man dies mit vorgefertigten Stahlkronen, was deutlich schneller geht als die herkömmliche Herstellung, und für die kurze Verbleibdauer der Milchzähne im Mund völlig ausreichend ist. Milchzähne haben eine wichtige Platzhalterfunktion für die bleibenden Zähne, ein vorzeitiger Verlust nicht nur zu Störungen im Milchgebiß, sondern auch zu Fehlstellungen im späteren bleibenden Gebiß führen. Zum Vermeiden einer Lückeneinengung können Platzhalter hergestellt werden. Bei größeren Zahnverlusten (durch ausgedehnte Karies oder Unfälle) kann es aus notwendig werden Kinderprothesen herzustellen, was neben einer Wiederherstellung der Kaufunktion vor allem für eine normale Sprachentwicklung wichtig ist. Bei neu durchgebrochenen bleibenden Zähnen finden sich auf der Oberfläche häufig tiefe, schlecht zu putzende Fissuren (Tiefen auf den Zähnen), die zur Vorbeugung vor Karies mit einer Fissurenversiegelung geschützt werden sollten. |